INTERVIEW: WAS TUN BEIM ERSTEN RENDEZVOUS?

Lebenshilfe: US-Schauspielerin Eva Mendes über Zwiebelküsse, Will Smith und ihre Rolle im Film "Hitch - Der Date Doktor". von Volker Behrens

Berlin - Eva Mendes ist eine temperamentvolle US-Latina, die im Autoraserfilm "2 Fast 2 Furious" bekannt wurde. An der Seite von Denzel Washington spielte sie in "Out Of Time". Jetzt läßt sich die 30jährige von Will Smith in "Hitch - Der Date Doktor" verführen. Zusammen mit ihrem Kollegen stellte sie den Film bei der Berlinale vor.

ABENDBLATT: Hatten Sie einen Liebes-Coach?

EVA MENDES: Wenn es um Liebe geht, gibt es keine Patentrezepte. Ich hätte mir gewünscht, daß mir jemand geholfen hätte, als ich in der Dating-Hölle steckte. Wenn ich mich an Highschool-Zeiten erinnere, fällt mir auf, das ich Fächer wie Algebra belegt hatte. Bis heute habe ich das Wissen nie benutzt. Ich hätte mir gewünscht, daß wir auch in einer Art "Beziehungskunde" unterrichtet worden wären.

ABENDBLATT: Stimmt es, daß man nach drei Verabredungen weiß, ob er der Richtige ist?

MENDES: Nicht wirklich. Obwohl man nach dreimal schon viel mehr weiß, eigentlich doch alles, was man wissen muß. Bei mir war das so. Beim ersten Mal hat man so viel damit zu tun, einander zu beeindrucken, daß man gar nichts voneinander mitbekommt. Es ist, als ob man ein Haus kaufen will, und der Makler zeigt dir nur die besten Teile, und nicht die schlechten Leitungen.

ABENDBLATT: Was kann bei einer Verabredung die Stimmung ruinieren?

MENDES: Schlechter Atem. Habt immer Pfefferminzbonbons in eurer Tasche! Ich mag keine Männer, die nicht mit Alkohol umgehen können. Das ist häßlich. Und ich mag es nicht, wenn Männer mich Baby nennen. Jedenfalls nicht zu früh. Später schon.

ABENDBLATT: Was war das Romantischste, das ein Mann je versuchte, um Sie zu beeindrucken?

MENDES: Da hat mir mal dieser Kerl ein erstaunliches italienisches Essen gekocht. Ich esse sehr gern, kann aber nicht kochen. Der Wein kam von seinem Weingut in Italien. Sein Name stand sogar auf dem Etikett! Und dann hat auch noch seine Mutter aus Italien angerufen und mit mir über ihren Sohn gesprochen.

ABENDBLATT: Sind Sie selbst romantisch?

MENDES: Ich glaube schon. Aber nicht, wenn es so offensichtlich ist wie am Valentinstag. Ich mag nicht, wenn es erzwungen ist. Ein Freund von mir, ein Musiker, hat mal ein Lied über mich geschrieben. Da ist mir mein Herz geschmolzen und ich habe geheult.

ABENDBLATT: Sie haben verschiedene Freunde für unterschiedliche Gelegenheiten?

MENDES: Nein, ich bin sehr loyal, wie ein Hund.

ABENDBLATT: Was waren Ihre schlimmsten Erfahrungen bei einem Date?

MENDES: Das war bei meinem ersten Kuß. Ich war 16 Jahre alt und ging mit diesem Typen aus. Wir hatten zuerst Pizza gegessen, und er parkte dann das Auto. Ich war so aufgeregt, daß ich ihn küssen sollte, und fühlte all diese Dinge, die ich nie zuvor gespürt hatte. Er war doch der Mann meiner Träume. Ich habe die Tür zugeknallt und bin nach Hause gerannt. Wenn ich heute darüber spreche, ist es immer noch peinlich.

ABENDBLATT: Sind Sie eine Kämpferin? Hatten Sie keine Angst, daß Will Smith Ihnen vor der Kamera die Schau stiehlt?

MENDES: Ich liebe diesen Mann, müssen Sie wissen. Ich bin verrückt nach ihm. Aber manchmal, wenn ich mit ihm spiele, vergesse ich das und werde zu seinem Publikum. Ja, ich bin eine Kämpferin. Aber vor kurzem waren wir in der Talkshow von Oprah Winfrey. Ich war zum ersten Mal in dieser Sendung. Meine Kollegen Kevin James und Will hatten mich in die Mitte genommen. Die beiden sind Komiker. Ich bekam also keine Geschichte richtig heraus, ohne daß Will oder Kevin ihre Witze rissen.

ABENDBLATT: Sind Sie noch nervös bei Kußszenen?

MENDES: Oh ja. Ich sollte Will küssen, was an sich ja nicht schlecht ist. Vor lauter Nervosität brauchte ich etwas Essen zur Beruhigung. Ich habe mir ein Thunfisch-Sandwich mit Zwiebeln und Käsechips gemacht. Dann klopfte es an meinem Wohnwagen und Will fragte, ob ich fertig für einen Kuß sei. Als er sah, was ich da aß, sagte er: "Was zur Hölle machst du da! Wir sollen uns in zehn Minuten küssen." Die ersten zwei Filmküsse sind furchtbar, aber dann macht es Spaß.

ABENDBLATT: Und wenn es ein häßlicher, stinkender Mann ist?

MENDES: Habe ich auch schon gehabt. Ich werde hier aber keine Namen nennen, denn dafür werde ich schließlich bezahlt. Ich denke dann immer, oh du bist George Clooney, du bist George Clooney, du bist George Clooney.

ABENDBLATT: Wie kann ein Regisseur Sie wütend machen?

MENDES: Wenn er mich nicht führt. Ich stelle ihm meine Kraft zur Verfügung. Und wenn man die jemandem gibt, der nicht weiß, was er damit anfangen soll, ist es das frustrierendste Erlebnis überhaupt.

Deshalb freue ich mich auch darauf mit Leuten wie Martin Scorsese, Pedro Almodo´var oder Mike Leigh zusammenzuarbeiten. Ich kann es nicht abwarten, in solche Hände zu geraten.

zurück